2010_mit_margarethe_preiss-klBei der Teilnahme an der OFFENEN BÜHNE FÜR LAIEN im "Kaffeehaus" Ommersheim fanden die Beiträge von Margarethe Preiß so großen Anklang, dass sie dort bald ein komplettes Solokonzert vor vollem Haus aufführen konnte. Aber sie zieht es prinzipiell vor, zusammen mit Kollegen aufzutreten.

Die spät berufene Musikerin aus der Schule des Gitarrenbauers, -lehrers und vielseitigen Sängers Robert Dawo, mit dem sie hin und wieder an selber Stelle agiert, interpretiert mit ihrer warmen und ausdruckvollen Stimme die gefühlvollen Balladen deutscher Liedermacher wie Reinhard Mey, Klaus Hoffmann und anderen.

Margarethe Preiß beeindruckte mich vor allem durch die Begeisterung für ihr spät erworbenes Hobby, das sie vornehmlich zu ihrer eigenen Freude ausübt; mir ihrer Bereitschaft, zu lernen und sich musikalisch zu entwickeln saugt sie Ideen und Anregungen in sich auf und setzt sie im Handumdrehen um. Geradezu exotisch: Ihre Stimme ist für eine Frau beeindruckend tief, beinahe Tenorlage, wodurch sie nicht nur bei Liedern der legendären Knef punktet ! Mit ihr interpretiert sie geradezu Lieder eines Genres, das auch mir persönlich sehr am Herzen liegt: das niveauvolle deutschsprachige Chanson. Darüber hinaus umrahmt sie ihre Liedvorträge mit lyrischen Texten von großen Poeten, aber auch von Menschen aus ihrem Umfeld, die ihrerseits in der Lage sind, sich sprachlich schön und glaubhaft auszudrücken.

Der Erfolg mag für Margarethe Preiß unverhofft gekommen sein, aber er kam - vermutlich weil man in ihrem Tun nichts Eitles entdeckt, weil sie glaubwürdig ist - auch ohne das ganz große Können. Sie spricht mit ihrer Musik zu den Menschen und berührt sie in besonderm Maß - vielleicht, weil man sie beneidet um eine späte Passion und anerkennt, dass sie bereit ist, ein großes Vergnügen zu teilen. Für mich persönlich ist die "Arbeit" mit Margarethe Preiß in höchstem Maß erfrischend, und ich genieße es, sie in ihrem Tun zu unterstützen.

Von guten Liedtexten und schöner Sprache gekennzeichnete Musik - vielleicht nicht etwas für jeden; aber das mag ja auch durchaus bezeichnend sein für das Besondere !